Kurser

The diagram has become an everyday notion of architectural language today. This mainstream use of the diagram is the paradoxical epilogue of a very recent history of the diagram, which was vehemently introduced in the 1980s but whose philosophical reflection seems to have disappeared from the daily practice. In reality, even if in design the diagrammatic practices seem to have fully entered the process of generation of forms with more or less representational and mimetic final products, it is possible to bring to light another tendency motivated by a critical and experimental vision of the diagram analyzing urban complexity and the multilayered ecology of architectural projects. 

Die in Europa im 18. und 19. Jahrhundert entwickelten rassistischen Weltanschauungen bilden einen Grundpfeiler struktureller Ungleichheiten, die die Gesellschaftsbilder prägen. Das Seminar untersucht die Verantwortung von Architekten in der Reproduktion (alltags-)rassistischer Muster und hinterfragt daraufhin moderne und gegenwärtige Entwurfsplanung von (Stadt-)Raum. Inwieweit sind Ausstellungen von fremdländischen Menschen in „Afrikanischen Dörfern“ auf den Gewerbeausstellungen oder in Zirkusveranstaltungen am Ende des 19. Jahrhunderts konstitutiv für die Konstruktion der Moderne? Wie prägten rassistische Theorien von Viollet-le-Duc bis Adolf Loos die Architektur der Moderne? Wiederholt sich das in der Postmoderne und heute? Wie soll man mit Denkmälern in der Stadt umgehen, die die koloniale Vergangenheit verherrlichen, wie Rechte Räume kritisch thematisieren? Die Frage stellt sich, was der Beitrag der Architekturtheorie sein kann, rassistisches Denken zu überwinden? 

er binäre Code, von Gottfried Wilhelm Leibniz in der Barockzeit entwickelt, der die Grundlage zur maschinellen Behandlung mathematischer Probleme legt und mit dem Computer heutzutage kalkulieren, ist nur einer von vielen Codes. Der Philosoph Vilém Flusser behauptete, dass der Mensch ein „verfremdetes“ Tier sei, das „Symbole schaffen und sie in Codes ordnen [muss], will er den Abgrund zwischen sich und der „Welt“ [...] überbrücken.“ 1Codes sind Systeme von Symbolen die Kommunikation ermöglichen, zwischen Menschen, zwischen Menschen und Maschinen, zwischen Menschenund Umwelten. Auch ‚die‘ Architektur ist Teil dieser „kodifizierten Welt“.

Verschlüsselt oder unverschlüsselt, Codes existieren in der Architektur auf und in den verschiedensten Ebenen. Auf den Oberflächen von Gebäuden, die nicht nur Phänomene, sondern auch Träger von Botschaften sind. In den Bauzeichnungen, deren darin enthaltenen Symbole die Kommunikation zwischen Büro und Baustelle strukturieren. In den Texten über die Architektur, die mit den vermeintlich universellen Symbolen des Alphabets die Disziplin programmieren.

Es ist das Ziel dieses Seminar mit Texten aus der Geschichte der Architektur und der Philosophie einen Überblick zu gewinnen was Codes in der Architektur sind, und wie diese mit zentralen Begriffen Phänomen, Symbol und Botschaft zusammenhängen, und durch die Analyse von Fallbeispielen sich an einer kritischen Dechiffrierung architektonischer Codes zu versuchen.

Vilém Flusser, “Die kodifizierte Welt,” in Lob der Oberflächlichkeit, ed. Stephan Bollmann, Edith Flusser (BensheimDüsseldorf1993), 65.

Die Umweltkrise erschüttert zunehmend die Dichotomie von Mensch -Natur und Mensch -Objekt. Und mittendrin die Architektur, die sich dem nicht entziehen kann, ja nicht entziehen sollte. Das zeigt sich unmittelbar im Wandel des Status des ‚Objekts‘. In den Übersetzungen von Ideen in Zeichnungen und weiter in Gebäude und deren Gebrauch wandelt das ‚architektonische‘ Objekt seinen Status von idealen in repräsentierte Objekte, von repräsentierten in materielle und weiter in soziale Objekte und, nicht ausgeschlossen, wieder zurück. Was heißt das für die Architektur. Was passiert da, was bedeutet das für die Arbeit von Architekt*innen? Welche Übersetzungen durchläuft das Projekt normalerweise in diesem Prozess, wie ändert sich das, und was bedeutet das für das ‚architektonische Objekt‘ eigentlich? Welche Funktion spielt dabei die Repräsentation? Welches ist der Einfluss heute der ökologischen Krise auf den Status des Objekts, wo diese auf allen Ebenen das Verhältnis von Mensch-Natur und Mensch-Maschine erschüttert? Anhand von einschlägigen Texten von Maurizio Ferraris, Timothy Morton, Anna Tsing, Gilbert Simondon, Bruno Latour et. al. versucht das Seminar in das für die Architektur so zentrale Thema einzudringen.


Im Zentrum der Vorlesungsreihe stehen die architekturtheoretischen Grundbegriffe.

Die Vorlesungen verstehen sich als Einführung in jene konzeptuellen Begriffe, wie sie Grundlage für das Verständnis jeder Architektur sind: Zeichen, Bild, Simulakrum, Geschichte, Phänomen, Aura, Atmosphäre, Einfühlung, Avantgarde, das Neue, Tektonik, Ruine, Autor, etc.
Verknüpft damit wird die Frage nach einer umfassenden Definition von Modernität. 


Institut für Architektur WiSe 2020/21, Fachgebiet Architekturtheorie, Prof. Dr.-Ing. habil. Jörg H. Gleiter

Prüfung Teilmodul Architekturtheorie I

Mittwoch, 17. März 2021, 11:00 Uhr - 13:00 Uhr

Bitte finden Sie sich zwischen 10:45 - 11:00 Uhr auf Zoom ein. Der Zoom meeting room wird während der Prüfung für eventuelle Rückfragen aktiv sein: https://tu-berlin.zoom.us/j/62092098668?pwd=WlBiekpDRkdpbWE3UURmUTF3ZUduUT09

Zudem erreichen Sie uns während der Prüfung auf folgender Notfall-Nummer telefonisch: 
+49 (030) 314 - 219 58