Corsi

Modul Körper und Raum
BA > Seminar 4 SWS – 6 LP ( 15 TN, digital)

Das Phänomen der Resonanz steht im Mittelpunkt dieses diskursiven, entwurfsbegleitenden Rechercheseminars. Im Laufe des Semesters werden wir gemeinsam interdisziplinäre Resonanzräume aufspannen und mit architektonischen Positionen überlagern. In einer begleitenden Vortragsreihe werden wir mit Gästen aus den Bereichen Musik, Theater, Soziologie und Philosophie in Dialog treten, um neue Perspektiven für (gebaute) Räume zu entwickeln. Ergänzend dazu werden wir uns in eine analytische Auseinandersetzung mit Architekturen begeben und Resonanzbeziehungen zu Räumen erforschen. Der Rechercheprozess wird sich unterschiedlichen Formaten und Methodiken bedienen, um die gemeinsam generierten Erkenntnisse zu einem „Journal der Resonanzräume“ zu entwickeln.

Seminar & Vortragsreihe „Resonanzräume“ sind Teil der „Akademie des Sorgetragens“, die im Rahmen der Ausstellung Sorge um den Bestand. Zehn Strategien für die Architektur im Deutschen Architektur Zentrum DAZ stattfindet.


Hochbau I / Hochbau II mit konstruktiver Vertiefung, diverse PiVs

2022 wird die TU Berlin – gemeinsam mit dem Bezirk Charlottenburg – einen 1000m2 großen Pavillion auf dem Campus der TU realisieren: Die Science Gallery, ein innovativer Kommunikations- und Ausstellungsraum (der u.a. die mineralische Sammlung der TU zeigt), soll eine Schnittstelle zwischen Stadt und Universität bilden und neue Besucher*innen einladen, den Campus und Wissenschaft neu zu entdecken. Die Science Gallery, steht für einen offenen, transdisziplinären Austausch zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft im Sinne der Citizen Science. Im WiSe 19/20 wurden in verschiedenen Seminaren, u.a. Architektur (NBL), Städtebau (Habitat Unit), Bauingenieurwesen und Landschaftsplanung,  erste Ideen entwickelt. Diese sind Teil unserer gemeinsamen Recherche.

In diesem Semester wollen wir Themen und architektonische Konzepte bis hin zu einem konstruktiven und konzeptionellen Vorentwurf für die Science Gallery, die wir als Holzbau planen, entwickeln. Dazu haben sich das Natural Building Lab und das FG DE/CO zu einem gemeinsamen Studio zusammengetan und bieten mit dem FG TEK die Science Gallery als HB II Entwurf mit einem interdisziplinären und kollektiven Fokus an. Wir werden zusammen Formate und Strukturen dieser Kollaborationen erarbeiten. In einer ersten Phase bilden wir 4 Recherchegruppen, die verschiedene Themen wie Ort / Material / Programm / Community vertiefen. Mit den entstandenen Ansätzen und Expertisen werden wir entsprechend dem open source Gedanken einen pool erzeugen und daraus in Designgruppen Entwurfsstrategien entwickeln. Jede der Gruppen kann dabei mit anderen Disziplinen zusammenarbeiten: Landschaftsplaner, Bauingenieure oder dem Science Gallery Netzwerk. Ziel ist es, gemeinsam ein Spektrum von bis bis zu 10 Entwürfen zu entwickeln, die der TU die mögliche Umsetzung der Science Gallery zeigen.


Entwerfen und Baukonstruktion III +  PiE Energie & technischer Ausbau

Die Berliner Stadtautobahn ist eine Großstruktur, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Stadtkörper verflechtet. Mit Beginn ihrer baulichen Manifestation in den 1950er Jahren entstand ein Kuriosum: Autobahnbuslinien. Um Fußgänger*innen auf die Fahrbahn zu bringen wurden 13 individuelle Haltestellenbauwerke errichtet, mal schmal und gedrungen, mal opulent und ausladend, mal überirdisch, mal unterirdisch. Die Infrastrukturlandschaft hat hier einst einen prägenden baulichen Ausdruck in Form dieser punktuell gestalteten Figuren erhalten. Heute finden sich die Bauwerke in unterschiedlichen Zuständen vor: fragmentiert, überformt, selten noch vollständig erhalten.

Im Studio möchten wir die ehemaligen Haltestellen zum Ausgangspunkt nehmen. Dabei beschäftigen wir uns mit den Grenzräumen der Berliner Stadtautobahn, mit ihren sonderbaren Bauformen, mit ihren eigentümlichen Programmen. An zehn verschiedenen Orten entlang der Stadtautobahn möchten wir in unterschiedlichen Formaten beobachten, protokollieren, verzeichnen, spekulieren, dabei diese scheinbar unbedeutenden Räume, vermeintliche Restflächen, untersuchen und in ihrem jeweils spezifischen Kontext weiterentwickeln und transformieren. Wir bauen ein, bauen um, bauen neu, bauen weiter und suchen mit den Entwürfen nach neuen Erzählungen für diese Räume zwischen Stadt und Autobahn, die Oben und Unten, Innen und Außen, Vorne und Hinten neu verhandeln.