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Kurser
BA-/MA-Werkstatt SoSe 2026: Fachgebietsübergreifendes Training und Beratung für Abschlussarbeiten
Zeit/Ort:
Donnerstag 10-12Uhr
Raum: FH-301
Dozent:
Dr. Martin Meister
E-Mail: martin.meister@tu-berlin.de
Büro: FH 907
Sprechstunde: Dienstag 13-14
Tutor:
Philip Baumbach
E-Mail: p.baumbach@campus.tu-berlin.de
Büro: FH 904
Veranstaltungskommentar:
Die Werkstatt unterstützt Studierende bei der Vorbereitung und Erstellung der Abschlussarbeiten. Behandelt werden fachgebietsübergreifende allgemeine Problemstellungen wie das Finden eines geeigneten Themas, die Eingrenzung auf einen bearbeitbaren Gegenstand, die hinreichende Präzisierung der Fragestellung, die Akquise geeigneten Datenmaterials, die Erstellung einer sinnvollen Gliederung usw. Die Studierenden bekommen die Gelegenheit, erste Überlegungen und Arbeitsergebnisse untereinander und mit den Dozierenden zu besprechen.
Die Werkstatt soll so interaktiv wie möglich gestaltet und so weit als irgend möglich an den konkreten Bedarfen der Studierenden ausgerichtet werden. Das Programm wird in den ersten beiden Sitzungen gemeinsam mit den Studierenden abgestimmt.
- Trainer/in: Philip Daniel Baumbach
- Trainer/in: Martin Meister
Künstliche Intelligenz ist dem Menschen in der Herstellung zwischenmenschlicher Nähe in emotionalen Interaktionen überlegen – so überschreiben Forschende der Universitäten Freiburg und Heidelberg ihre jüngste Studie zur Frage, ob und wie Menschen in der Interaktion mit künstlicher Intelligenz Beziehungen aufbauen. Tatsächlich ist mit Blick auf Large Language Models seit einiger Zeit beobachtbar, dass nicht nur Nutzungsweisen mit Blick auf Produktivität und Workflow zunehmen, sondern auch solche, die klassisch nicht dem technischen Spektrum zuzurechnen sind. LLM-Anwendungen wie Gemini, Claude und ChatGPT scheinen zunehmend Adressat:innen zur Herstellung von Beziehungsformen zu werden, die bislang mit wenigen Ausnahmen klar dem Zwischenmenschlichen vorbehaltenen waren. Das kann die Form von alltäglichem Zeitvertreib annehmen, aber auch von freundschaftlichen, intim-romantischen oder gar therapeutischen Beziehungsformen wird immer wieder berichtet.
In diesem Seminar wollen wir uns damit befassen, wie und welche Beziehungen wir mit Technik aufbauen und welche neuen Nutzungsweisen Large Language Models hier ins Spiel bringen. Mit einem Blick in die Vergangenheit werden wir feststellen, dass daran keineswegs alles neu ist. Dennoch scheinen zeitgenössische digitale Techniken in besonderem Maße auf unsere Affekte und Emotionen abzuzielen, was auch auf gesellschaftlicher Ebene kritische Fragen aufwirft, denen wir uns im weiteren Seminarverlauf zuwenden wollen.
- Trainer/in: Philip Daniel Baumbach
- Trainer/in: Jamie Jana Jocher
- Trainer/in: Eryk Marek Noji
Im Zuge ihrer Institutionalisierung und Differenzierung haben sich auch die methodischen Vorgehensweisen der Technikfolgenabschätzung (TA) stark differenziert. Dabei werden ganz unterschiedliche soziale Gruppen adressiert bzw. involviert: Neben den politischen Entscheider*innen sollen heute auch die Entwickler*innen sowie die ganz ‚normalen‘ Nutzer*innen in die Antizipation der gesellschaftlichen Folgen von Technikentwicklungsprozessen einbezogen werden, häufig auch in einer Kombination.
Entsprechend breit ist die methodische „toolbox“ der TA. In diesem Seminar werden die wichtigsten dieser methodischen Vorgehensweisen der TA konzeptionell und an einschlägigen Beispielen vorgestellt und diskutiert. Das umfasst neben den klassischen Expertenstudien, die das bestehende Wissen über wahrscheinliche oder mögliche Folgen technischer Entwicklungen zusammenstellen, auch prospektive Verfahren (etwa die Szenario-Methode) sowie partizipative Verfahren (etwa Participatory Backcasting oder Bürgerkonferenzen), wobei der Schwerpunkt auf der Szenariomethode liegt.
Das Seminar ist als eine praxisrelevante Vertiefung der „Einführung in die Technikfolgenabschätzung“ angelegt.
- Trainer/in: Philip Daniel Baumbach
- Trainer/in: Martin Meister
Veranstaltungskommentar:
Technische Innovationen haben besonders im letzten Jahrhundert persönliche Lebensumstände und soziale Verhältnisse tiefgreifend verändert, und zwar unabhängig davon, ob nun die politischen Entscheidungsträger oder die gesellschaftliche Debatte diese Entwicklungen gewollt haben oder auch nur auf dem Schirm hatten. Erst mit sozialen Großkonflikten wie denen um die Atom- und später die Gentechnologie hat sich dann politisch wie auch wissenschaftlich das Bedürfnis entwickelt, systematisch und auf kontrollierbare Weise herauszubekommen, zu welchen gesellschaftlichen Folgen die Einführung neuer Technologien führen wird, und mit welcher Wahrscheinlichkeit des Eintretens solcher Folgen zukünftiger Technologie zu rechnen ist.
Um wissenschaftliche Antworten auf diese Fragen zu produzieren wurde die Technikfolgenabschätzung (TA) institutionalisiert, die sich von ihren Anfängen als Politikberatung inzwischen zu einem großen und in sich vielfach differenzierten internationalen Forschungsfeld entwickelt hat. Das Seminar gibt einen Einblick in die wesentlichen Ansätze innerhalb dieser Vielfalt und geht dabei chronologisch vor. Erarbeitet werden in Konzept und Beispiel sowohl die parlamentarisch beratende wie die partizipative TA, Versuche der Integration in übergreifende Policy- oder Governance-Strategien besonders im Nachhaltigkeitsbereich, sowie aktuell diskutierte Ansätze der TA wie das Constructive Technology Assessment oder das Vision Assessment. Behandelt werden auch die Formen der Institutionalisierung in unterschiedlichen Ländern.
Bemerkung:
Dieses Seminar wird in zwei Gruppen angeboten (jeweils Di 14-16). Wir bitten die Seminarteilnehmer*innen, ab der ersten Woche des Semesters den von Ihnen gewählten Termin zu besuchen und sich gleichmäßig auf die beiden Seminare zu verteilen.
- Trainer/in: Philip Daniel Baumbach
- Trainer/in: Ingo Schulz-Schaeffer
Veranstaltungskommentar:
Technische Innovationen haben besonders im letzten Jahrhundert persönliche Lebensumstände und soziale Verhältnisse tiefgreifend verändert, und zwar unabhängig davon, ob nun die politischen Entscheidungsträger oder die gesellschaftliche Debatte diese Entwicklungen gewollt haben oder auch nur auf dem Schirm hatten. Erst mit sozialen Großkonflikten wie denen um die Atom- und später die Gentechnologie hat sich dann politisch wie auch wissenschaftlich das Bedürfnis entwickelt, systematisch und auf kontrollierbare Weise herauszubekommen, zu welchen gesellschaftlichen Folgen die Einführung neuer Technologien führen wird, und mit welcher Wahrscheinlichkeit des Eintretens solcher Folgen zukünftiger Technologie zu rechnen ist.
Um wissenschaftliche Antworten auf diese Fragen zu produzieren wurde die Technikfolgenabschätzung (TA) institutionalisiert, die sich von ihren Anfängen als Politikberatung inzwischen zu einem großen und in sich vielfach differenzierten internationalen Forschungsfeld entwickelt hat. Das Seminar gibt einen Einblick in die wesentlichen Ansätze innerhalb dieser Vielfalt und geht dabei chronologisch vor. Erarbeitet werden in Konzept und Beispiel sowohl die parlamentarisch beratende wie die partizipative TA, Versuche der Integration in übergreifende Policy- oder Governance-Strategien besonders im Nachhaltigkeitsbereich, sowie aktuell diskutierte Ansätze der TA wie das Constructive Technology Assessment oder das Vision Assessment. Behandelt werden auch die Formen der Institutionalisierung in unterschiedlichen Ländern.
Bemerkung:
Dieses Seminar wird in zwei Gruppen angeboten (jeweils Di 14-16). Wir bitten die Seminarteilnehmer*innen, ab der ersten Woche des Semesters den von Ihnen gewählten Termin zu besuchen und sich gleichmäßig auf die beiden Seminare zu verteilen.
- Trainer/in: Philip Daniel Baumbach
- Trainer/in: Martin Meister
Gesellschaftsdiagnosen moderner Gesellschaften
Zeit/Ort:
Donnerstag 14-16 Uhr
Raum FH 302
Dozent:
Dr. Martin Meister
E-Mail: martin.meister@tu-berlin.de
Büro: FH 907
Sprechstunde: Donnerstag 13-14 Uhr mit Voranmeldung per E-Mail
Tutorin:
Jamie Jana Jocher (jocher@campus.tu-berlin.de)
Büro: FH 904
Veranstaltungsinhalt:
Bei aller Unterschiedlichkeit der soziologischen Perspektiven auf unterschiedliche Bereiche der Gesellschaft leistet sich die Soziologie ein Genre, das alle gesellschaftlichen Trends und Krisenphänomene auf eine einzige Ursache zurückführt und auf einen einzigen Begriff von Gesellschaft bringt: die Gesellschaftsdiagnosen.
Gesellschaftsdiagnosen gelten in der Soziologie als etwas anrüchig, vor allem auf Grund ihrer Nähe zu massenmedialen Darstellungsweisen Immerhin sind Monografien wie die „Risikogesellschaft“ oder die „Netzwerkgesellschaft“ Bestseller und werden weit über die Soziologie hinaus rezipiert. Zwar besteht im Fach Einigkeit darüber, dass es sich den Gesellschaftsdiagnosen weder um echte Gesellschaftstheorie noch um echte empirische Forschung handelt, sondern um ein eigenes Genre am Rand der Soziologie. Dennoch gibt es nur wenige Stimmen, die die Gesellschaftsdiagnosen ganz aus dem Fach verbannen wollen. Es ist vielmehr eine differenzierte soziologische Sekundärliteratur entstanden, in der auf unterschiedliche Weise die spezifischen Stärken und Schwächen dieses Genres herausgearbeitet werden.
Im ersten Teil des Seminars werden einige der bekanntesten Gesellschaftsdiagnosen behandelt, etwa Spielarten der zuspitzenden Beschreibung des Kapitalismus bzw. der Globalisierung oder die Risiko-, Erlebnis- und Netzwerkgesellschaft sowie die beschleunigte Gesellschaft. Im zweiten Teil des Seminars werden die wichtigsten Positionen aus der genannten soziologischen Sekundärliteratur zu den Gesellschaftsdiagnosen behandelt.
- Trainer/in: Jamie Jana Jocher
- Trainer/in: Martin Meister
Reading Course: Latour, Reassembling the Social. An Introduction to Actor-Network-Theory
SoSe 2026, Di 16-18, FH 311, Modul (Vertiefung) Technik und Gesellschaft
Course Description: Bruno Latour describes what his book “Reassembling the Social” is about as follows: “The argument of this book can be stated very simply: when social scientists add the adjective ‘social’ to some phenomenon, they designate a stabilized state of affairs, a bundle of ties that, later, may be mobilized to account for some other phenomenon. There is nothing wrong with this use of the word as long as it designates what is already assembled together, without making any superfluous assumption about the nature of what is assembled. Problems arise, however, when ‘social’ begins to mean a type of material […] What I want to do in the present work is to show why the social cannot be construed as a kind of material or domain and to dispute the project of providing a ‘social explanation’ of some other state of affairs. […] What I want to do is to redefine the notion of social by going back to its original meaning and making it able to trace connections again. Then it will be possible to resume the traditional goal of the social sciences but with tools better adjusted to the task.” (Latour, 2005: 1–2) The goal of the seminar is to study this book through close reading and discussion of its contents.
- Trainer/in: Jamie Jana Jocher
- Trainer/in: Ingo Schulz-Schaeffer
Seminar: KI-Chatbots im Alltag. Die soziale Konstruktion der alltäglichen Nutzung generativer KI
SoSe 2026, Do 16-18, FH 312, Modul (Vertiefung) Technik und Gesellschaft, ISIS-PW: Weber
Veranstaltungskommentar:
Viele Alltagstechniken zeichnen sich dadurch aus, dass sie Bestandteil sozio-technischer Konstellationen sind, die auf regelmäßig wiederkehrende Vorgänge des alltäglichen Lebens bezogen sind. Das gilt für Haushaltstechniken und Verkehrstechnik ebenso wie für Kommunikations- und Unterhaltungstechniken. Diese Techniken sind fest in den Alltag eingebaut, weil die wiederkehrenden Handlungen und Praktiken, in denen sie zum Zuge kommen, fest in den Alltag eingebaut sind, und weil ihre Nutzung deshalb häufig im Rahmen von Gewohnheiten und eingespielten Routinen erfolgt. Vor diesem Hintergrund stellt sich mit Blick auf KI-Chatbots folgende Frage: Wie kommt eine Technik in den Alltag, die nicht spezifisch auf irgendeinen der regelmäßigen Abläufe des alltäglichen Lebens bezogen ist, die aber verspricht, für eine unbestimmte Vielzahl alltäglicher Probleme nützlich sein zu können? Ziel der Lehrveranstaltung ist es, diese Frage zu diskutieren. Ausgehend von soziologischen Überlegungen zu Technik im Alltag sollen dazu erste Studien behandelt werden, die sich mit der Alltagsnutzung von ChatGPT und Co. befassen. Ergänzend sollen im Seminar kleine autoethnographische Studien der Seminarteilnehmer:innen zu dieser Frage durchgeführt werden.
- Trainer/in: Jamie Jana Jocher
- Trainer/in: Ingo Schulz-Schaeffer
- Trainer/in: Isabell Stamm
- Trainer/in: Agnese Trentini
- Trainer/in: Toni Elliot Weiser
Maschinelles Lernen als Herausforderung für Fachwissen und professionelle Arbeit
Maschinelles Lernen fordert zunehmend jene Arbeitsfelder heraus, in denen Wissen die zentrale Ressource ist. Neben den Wissenschaften sind es vor allem Professionen, von Medizin und Bildungswesen bis zum Ingenieurs- oder Rechtswesen. Professionen sollen dabei den Gegenstand des Seminars bilden. Wir stellen uns die Frage, inwiefern maschinell erzeugte Wissensbestände zur epistemischen Grundlage professioneller Arbeit werden können und welche Spannungen oder Synergien zwischen algorithmischem Lernen und menschlichem Fachwissen entstehen. Das Seminar widmet sich diesen Fragen sowohl aus professions- als auch techniksoziologischer Perspektive.
Im ersten Teil befassen wir uns zunächst mit der Struktur und Funktion professioneller Wissensarbeit: Was kennzeichnet eine Profession, und wie entsteht sowie zirkuliert Fachwissen innerhalb professioneller Gemeinschaften? Welche soziokulturellen und institutionellen Mechanismen sichern seine Autorität und Legitimität? In einem zweiten Schritt wenden wir uns soziologisch dem maschinellen Lernen zu: Welche Herausforderungen werden identifiziert, die diese Form künstlicher Intelligenz für Wissenspraktiken und Wissensstrukturen in professioneller Arbeit aufweist?
Im Anschluss nehmen wir drei konkrete Bereiche professioneller Wissensarbeit enger in den Blick: Radiologie und anschließend Rechtsprechung und (Schul)bildung. Wir diskutieren aktuelle empirische Studien, die die Entwicklung und Implementierung von Systemen maschinellen Lernens in diesem Bereich untersuchen. Ein Schwerpunkt soll darauf liegen, etwaige epistemische Verschiebungen zu diskutieren, die sich durch Entwicklung und Einsatz von maschinellem Lernen in diesen Bereichen professioneller Arbeit ergeben. Wie werden zum Beispiel Entscheidungspraktiken, Zuschreibung von Verantwortlichkeiten und Bewertungsmaßstäbe für die Gültigkeit von Wissensansprüchen durch Prinzipien maschinellen Lernens herausgefordert?
Sodann widmen wir uns aktuellen Ansätzen, diese empirischen Erkenntnisse theoretisch zu fassen. Helfen uns bekannte Ansätze hier weiter, wie ‚Relationalität“ oder „Soziomaterialität“? Müssen wir unseren soziologischen Zugang aktualisieren, zum Beispiel indem die epistemische Agency maschinellen Lernens neu auf den Begriff gebracht wird, die nicht mehr nur am professionellen Entscheiden über einen Fall ansetzt, sondern das Beurteilen eines Falles beeinflusst? Wir werden konzeptionelle Vorschläge diskutieren zu relationaler Expertise, agentialem Realismus, epistemischer Verantwortung und Wissenstechnologien.
Abschließend für das Seminar wird ein Workshop sein, für den am Ende des Seminars einmalig eine Doppelsitzung geplant ist (06.07.). In diesem werden wir das Seminarthema selbstreflexiv auf die eigene Verwendung von ML- und GenAI-Tools im Studium rückbinden und diskutieren, inwiefern die Erkenntnisse aus dem Seminar auf unsere eigene Wissensarbeit als Soziolog:innen und Soziologie-Studierenden zutreffen und wie wir damit umgehen können.
Ein optionaler Teil zur Halbzeit des Seminars wird zudem eine Exkursion zur Weizenbaum Conference „Generative AI and Society: What is at stake?“ am Weizenbaum-Institut (10./11.06., Hardenbergstraße 32, 10623 Berlin) sein.
- Trainer/in: Kevin Wiggert