Kurslar

Die Lehrveranstaltung richtet sich an Studierende, die an der Konzeption ihrer Masterarbeit arbeiten bzw. damit beginnen wollen. Ziel des Seminars ist, aus einer Idee ein in einem gesetzten Zeitraum bearbeitbares Forschungsprojekt (wie eine MA-Arbeit) zu entwickeln. In dem Seminar lernen die Studierenden wissenschaftliche Methoden und Arbeitstechniken kennen, die ihnen bei der Recherche und beim Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten helfen sollen. Die Studierenden beschäftigen sich mit Fragen, wie grenze ich ein Thema ein, wie recherchiere ich in Literaturdatenbanken, wie organisiere ich mein Recherchematerial in Wissenschaftsdatenbanken, wie gliedere ich eine Arbeit und wie schaffe ich mir ein produktives Arbeitsumfeld. Außerdem setzen wir uns mit dem Thema kollegiale Beratung (peer-review process), Schreibblockaden und inneren und äußeren „Hindernissen“ auseinander und entwickeln Lösungsansätze im Umgang mit Krisen auf dem Weg zur fertigen Arbeit.

Voraussetzung für die Teilnahme: Die Studierenden sollen mit einer Idee für ein mögliches Forschungsprojekt in das Seminar kommen.

Das Seminar richtet sich ausschließlich an Studierende des M.A.-Studiengangs „Interdisziplinäre Antisemitismusforschung“.“

 

Literatur:          Umberto Eco: Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt. Doktor-, Diplom- und Magisterarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften, 14. unv. Aufl., UTB.

                            Wendy Belcher: Writing Your Journal Article in Twelve Weeks: A Guide to Academic Publishing Success (second edition), Chicago University Press, 2019.

              https://wendybelcher.com/writing-advice/writing-your-journal-article-in-twelve/

Bereits aus den Konzentrationslagern sind Comic-Zeichnungen von verschleppten Jüdinnen und Juden überliefert. Die Zeichnungen legen Zeugnis vom nationalsozialistischen Terror und dem Willen zu Überleben ab. Seither ist eine Vielzahl an grafischen Narrationen erschienen, die die Geschichte des Holocaust aus verschiedenen Perspektiven darstellen. Spätestens mit dem Erscheinen von Art Spiegelmans Comic „MAUS“ sind Comics als Medium des Erzählens aus der Holocaust Historiographie nicht mehr wegzudenken. Wie die Werke von Spiegelman und anderen Comic-Künstlern gezeigt haben, können Grafic Novels akademische Literatur zwar nicht ersetzen, aber sie können historische Ereignisse in all ihrer Komplexität darstellen und Diskurse darüber anregen. Jüngst haben grafische Darstellungen des Holocaust immer mehr Zuspruch erfahren und auf akademische Diskurse eingewirkt. In letzter Zeit erschienene Graphics beschäftigen sich nicht nur mit dem historischen Gegenstand, sondern fragen auch nach der Subjektivität des Geschichtsschreibens, wie sich die Biografie des Autors in der Geschichte des Comics abbildet und wie mit der eigene biografische „bias“ beim Verfassen einer Studie reflektiert werden kann.

In dem Seminar untersuchen wir verschiedene „Holocaust Graphic Novels“ und fragen, wie die Geschichte des Holocaust im Comic ver- und behandelt wird. Welche Bilder von Jüdischsein, Queerness, Täterschaft, Widerstand, Bystanderhood etc. werden im Comic entworfen? Wir gehen der Frage nach den Grenzen der Darstellbarkeit nach und fragen nach den Möglichkeiten des Mediums Comics und wie dadurch die Perfomance von Memory (to perform memory through comics) erzeugt wird. Ziel des Seminars ist es, eine vertiefte Medienkompetenz im Zeitalter des „visual turns“ zu erwerben.

 

 

Das Seminar basiert auf einer eingehenden Lektüre von Sekundärliteratur sowie auf einem grundlegenden Studium von ausgewählten Comics, Graphic Novels, Graphic Memoirs und Graphic Histories.

 

Die Teilnehmerzahl ist auf 15 begrenzt.

 

Die Lektüre von englischer Fachliteratur wird in dem Seminar vorausgesetzt.

 

Literatur:        Hillary Chute, Patrick Jagoda (Hg.), Comics & Media, Special Issue of Critical Inquiry, Chicago University Press, 2014.

McCloud, Scott. Understanding Comics. First HarperPerennial edition. William Morrow, 1994.

This course offers an in-depth examination of the Holocaust within the broader history of Jewish life in Europe, with particular emphasis on Poland as a central site of Jewish culture, destruction, and memory. Students explore the social, political, and ideological roots of antisemitism; the rise of Nazism; ghettoization, mass violence, and genocide; Jewish responses ranging from daily survival to armed and cultural resistance; and the aftermath of the Holocaust in postwar Europe. A key dimension of the course is experiential learning that deepens students’ engagement with primary sources, material culture, and sites of memory. Through direct encounter with museums, archival materials, cemeteries, and urban spaces shaped by absence and commemoration, students analyze how Jewish communities documented their own destruction, how everyday life unfolded under occupation, and how physical landscapes reflect layered histories. The course foregrounds Jewish self-documentation, including underground archival initiatives, as well as the role of historians and heritage activists in preserving and interpreting the past.
By integrating historical scholarship with spatial analysis and memory studies, students develop a nuanced understanding of the Holocaust as both a historical event and an ongoing moral, cultural, and political challenge in contemporary Europe.

Nach 1933 gelang mehr als der Hälfte der in Deutschland lebenden Jüdinnen und Juden die Flucht vor den Nationalsozialisten. Noch in den 1930er Jahren suchte die größte Gruppe von ihnen im europäischen Ausland Schutz vor den nationalsozialistischen Peinigern, ehe sie ab 1940 von diesen wieder eingeholt wurden. Diejenigen, die ins außereuropäische Ausland
(USA, Palästina, Südamerika, Asien aber auch nach Afrika) entkommen konnten, bauten – mit den Leben davongekommen – an ihrem jeweiligen Zufluchtsort ein neues Leben auf.
In dem Seminar blicken wir auf die jüdischen Flüchtlinge, ihre Handlungsspielräume, ihre Fluchtwege, jüdische und nichtjüdische Retter und Fluchthelfer, jüdische Organisationen, den deutsch-jüdischen Alltag nach der Flucht, deutsch-jüdische Migrationsgemeinschaften (den so genannten Jekkes-Communities in den USA (mit einen Schwerpunkt auf New York), Argentinien und in Israel) und den Einfluss von deutsch-jüdischen Intellektuellen auf Wissenschaftskulturen in den USA und in Israel (Joachim Prinz, Hannah Arendt, Martin Buber u.a.). In dem Seminar werden wir uns auch mit dem Thema der deutsch-jüdischen Remigration in die Bundesrepublik und in die DDR beschäftigen (Theodor Adorno, Max Horkheimer, Stefan Heym u.a.).
Das Seminar basiert auf einer eingehenden Lektüre von Sekundärliteratur sowie auf einem grundlegenden Quellenstudium. Wir werden mit Literatur und mit Filmen, aber auch mit Zeitungen, Briefen und Berichten von Zeitzeugen arbeiten.
Die Lektüre von englischer Fachliteratur wird in dem Seminar vorausgesetzt.